
In Wesseling hält die Debatte über die seit August 2026 geltenden Elternbeiträge für Kindertagesstätten an. Eine von betroffenen Familien gegründete Initiative fordert, die neue Beitragsstruktur noch einmal zu überprüfen. Nach Angaben der Initiative haben sich inzwischen mehr als 120 Familien angeschlossen; rund 1.000 Unterschriften seien gegen die aus ihrer Sicht zu kurzfristig und zu stark ausgefallene Erhöhung gesammelt worden.
Die Eltern kritisieren vor allem die finanzielle Mehrbelastung in einzelnen Einkommensgruppen. Als Beispiel nennen sie Familien mit einem Jahreseinkommen zwischen 52.500 und 60.000 Euro, für die eine Betreuung im Umfang von 45 Wochenstunden gegenüber dem Vorjahr deutlich teurer geworden sei. Die Initiative schlägt unter anderem eine stufenweise Anpassung oder Übergangsregelungen vor, damit Haushalte mehr Zeit haben, sich auf die neuen Beträge einzustellen.
Die Stadt Wesseling begründet die Reform mit ihrer angespannten Haushaltslage und mit Schwächen der bisherigen Staffelung. Bürgermeister Ralph Manzke hatte gegenüber den Eltern darauf verwiesen, dass sich rund 35 Prozent der beitragspflichtigen Familien in der früheren höchsten Einkommensstufe befunden hätten. Die neue Struktur soll die Belastung nach Darstellung der Stadt stärker an der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit ausrichten. Ein Gespräch zwischen Stadt und Initiative hat die unterschiedlichen Bewertungen bislang nicht ausgeräumt.
Am Dienstag, 8. September, will die Initiative ihr Anliegen erneut in die Öffentlichkeit tragen. Für 17 Uhr ist eine friedliche Kundgebung vor dem Rathaus am Alfons-Müller-Platz angekündigt. Eine Stunde später beginnt dort die Sitzung des Jugendhilfeausschusses. Die Eltern möchten damit auf die Zahl der betroffenen Familien aufmerksam machen und einen weiteren Austausch über die Ausgestaltung der Beiträge anstoßen.
Ob und in welchem Umfang die Beitragssätze noch einmal verändert werden, ist offen. Maßgeblich sind die weiteren Beratungen in den zuständigen politischen Gremien. Für Familien bleibt zunächst die seit August gültige Satzung verbindlich. Erftpost wird über einen möglichen neuen Beschluss oder konkrete Übergangsregelungen berichten, sobald dazu belastbare Ergebnisse vorliegen.