Leeres Klassenzimmer mit Schultaschen und Blick auf einen unbesetzten Bürostuhl
Erftpost

Zum Beginn des neuen Schuljahres sind die Schulen im Rhein-Erft-Kreis nach Angaben der Bezirksregierung Köln rechnerisch ausreichend mit Lehrkräften ausgestattet. Die Personalausstattungsquote liegt kreisweit bei mehr als 100 Prozent. Damit stehen in der Gesamtbetrachtung genügend Lehrerstellen zur Verfügung, auch wenn die konkrete Situation zwischen einzelnen Schulen, Fächern und Schulformen unterschiedlich ausfallen kann.

Deutlich angespannter ist die Lage bei den Schulleitungen. Im Rhein-Erft-Kreis sind derzeit elf Leitungsstellen nicht dauerhaft besetzt. Sechs dieser Vakanzen betreffen Grundschulen. Darüber hinaus fehlen feste Schulleitungen an zwei Gymnasien sowie jeweils an einer Förder-, Real- und Hauptschule. Damit ist ungefähr die Hälfte der offenen Leitungspositionen an Grundschulen zu finden.

Der laufende Schulbetrieb ist nach Auskunft der Bezirksregierung dennoch gesichert. An den betroffenen Schulen übernehmen Vertretungsregelungen die notwendigen Leitungsaufgaben. Dazu gehören neben organisatorischen Entscheidungen auch Personalführung, Schulentwicklung, Abstimmungen mit Schulträgern und die Kommunikation mit Eltern. Eine kommissarische Lösung verhindert deshalb den Stillstand, ersetzt auf Dauer aber keine regulär besetzte Schulleitung.

Das Land Nordrhein-Westfalen will die Arbeitsbedingungen für Schulleitungen verbessern. Nach Angaben der Bezirksregierung setzt sich Schulministerin Dorothee Feller unter anderem für eine stärkere Unterstützung durch digitale Werkzeuge und Künstliche Intelligenz ein. Außerdem ist vorgesehen, die Bezahlung insbesondere von Leitungen an Grund- und Hauptschulen ab dem kommenden Halbjahr zu erhöhen. Damit sollen die verantwortungsvollen Stellen attraktiver werden.

Die Quote von mehr als 100 Prozent ist ein rechnerischer Durchschnittswert und bedeutet nicht automatisch, dass jede Schule in jedem Fach ohne Engpass arbeitet. Für Eltern und Schülerinnen und Schüler ist zunächst entscheidend, dass Unterricht und Leitung durch die vorhandenen Kräfte und Vertretungen organisiert werden. Wie schnell die elf offenen Führungspositionen dauerhaft besetzt werden können, hängt von den laufenden Bewerbungs- und Auswahlverfahren ab.

Quelle: Radio Erft / Bezirksregierung Köln →
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