
Der Chemiepark Knapsack wird südlich seines bisherigen Geländes erweitert. Betreiber Yncoris erschließt westlich der Luxemburger Straße einen neuen Werksteil mit einer Gesamtfläche von rund 16 Hektar. Für Straßen, Leitungen und weitere technische Infrastruktur investiert das Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als 20 Millionen Euro.
Etwa 13 Hektar der Erweiterungsfläche sind als Produktionsareal vorgesehen und langfristig an den Chemiekonzern LyondellBasell verpachtet. Geplant ist dort ein Zentrum, in dem Kunststoffabfälle sortiert und weiterverarbeitet werden sollen. Einen verbindlichen Termin für den Beginn der eigentlichen Produktionsbauten gibt es derzeit jedoch nicht. Das Unternehmen hatte den ursprünglich früher vorgesehenen Projektstart verschoben.
Die Erschließungsarbeiten führt Yncoris unabhängig davon fort. Eine besondere technische Aufgabe war der Bau eines rund 160 Meter langen Tunnels in bis zu acht Metern Tiefe. Durch die Röhre sollen Leitungen für Frisch- und Abwasser geführt werden. Außerdem entstehen unter anderem ein Regenrückhaltebecken sowie die erforderlichen Verkehrs- und Versorgungswege.
Der Untergrund der Fläche stammt aus einem früheren Braunkohletagebau und wurde vor Jahrzehnten wieder verfüllt. Um ausreichend tragfähige Fundamente zu schaffen, brachten Fachfirmen etwa 600 mit Kies gefüllte Rüttelstopfsäulen bis zu 13 Meter tief in den Boden ein. Nach Angaben von Yncoris liegen die Arbeiten derzeit im vorgesehenen Zeit- und Kostenrahmen.
Mit dem neuen Werksteil will der Chemiepark zusätzliche Flächen für industrielle Kreislaufwirtschaft schaffen. Für Hürth ist das Vorhaben wegen seines Investitionsvolumens, der langfristigen Flächennutzung und der möglichen wirtschaftlichen Entwicklung von besonderer Bedeutung. Wann die geplante Recyclingproduktion tatsächlich beginnt, bleibt von den weiteren Entscheidungen des künftigen Betreibers abhängig.