Symbolbild einer modernen industriellen Biotechnologie-Anlage mit Edelstahl-Fermentationstanks
Erftpost

Das Biotechnologie-Unternehmen BIOWEG will im vierten Quartal 2026 mit dem Bau einer neuen Produktionsanlage in Elsdorf beginnen. Nach Angaben des Unternehmens soll dort bakterielle Cellulose im industriellen Maßstab hergestellt werden. Der biologisch abbaubare Stoff kann fossile Polymere und gezielt zugesetzte Mikroplastikpartikel unter anderem in Kosmetik- und Reinigungsprodukten ersetzen.

Für die Anlage ist eine Jahreskapazität von bis zu 10.000 Tonnen vorgesehen. Erste kommerzielle Mengen sollen 2028 verfügbar sein. BIOWEG bezeichnet das Vorhaben als europaweit größte Produktionsstätte dieser Art. Die Gesamtfinanzierung beläuft sich nach Unternehmensangaben auf rund 35 Millionen Euro; davon stammen 18 Millionen Euro aus Eigenkapital und 10,3 Millionen Euro aus dem europäischen EFRE/JTF-Förderprogramm „Produktives.NRW“. Weitere Mittel kommen aus anderen Finanzierungsquellen.

Geplant ist der Standort auf dem Industrieareal der Zuckerwirtschaft in Elsdorf. Dort sollen Melasse und weitere Nebenströme aus der Produktion als Rohstoffe für die Fermentation genutzt werden. Die räumliche Nähe soll Transportwege verkürzen und eine verlässliche Versorgung ermöglichen. Das Werk ist weitgehend automatisiert vorgesehen und soll vorhandene industrielle Infrastruktur am Standort einbeziehen.

Mit dem Projekt sollen rund 30 qualifizierte Arbeitsplätze entstehen. Für Elsdorf ist die Ansiedlung damit zugleich ein Baustein des Strukturwandels nach der Braunkohle. Die Zukunftsagentur Rheinisches Revier bewertet das Vorhaben als Beispiel dafür, wie biobasierte Materialien, regionale Wertschöpfung und neue industrielle Produktion miteinander verbunden werden können. Bis zum angekündigten Produktionsstart bleiben jedoch Bau, Inbetriebnahme und Hochlauf der Anlage noch abzuwarten.

Quelle: BIOWEG / Zukunftsagentur Rheinisches Revier →
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