Wohnungsloser Mensch vor einer Beratungsstelle im Rhein-Erft-Kreis
Erftpost

Die Zahl der Menschen ohne eigene Wohnung ist im Rhein-Erft-Kreis in wenigen Jahren stark gestiegen. Nach Angaben des Sozialdienstes Katholischer Männer waren 2024 insgesamt 3.615 Personen ordnungsrechtlich oder anderweitig als wohnungslos untergebracht. Damit lag die Zahl mehr als zweieinhalbmal so hoch wie im Jahr 2020.

Auch bei Menschen, die keine feste Unterkunft haben, aber über die Wohnungsnotfallhilfe postalisch erreichbar bleiben, zeigt sich ein deutlicher Anstieg. Ihre Zahl wuchs nach Angaben des SKM von 140 auf 250. Im vergangenen Jahr erreichte die Beratungsstelle insgesamt 2.621 Anfragen; 1.811 Personen suchten die Hilfe mehrfach auf.

Hinter Wohnungslosigkeit stehen häufig mehrere Belastungen zugleich. Hohe Wohnkosten und ein Mangel an bezahlbaren Wohnungen können ebenso eine Rolle spielen wie Überschuldung, Arbeitslosigkeit, Krankheit oder persönliche Krisen. Nach Beobachtung der Fachstelle wenden sich zunehmend auch ältere Menschen an die Beratung.

Der SKM fordert deshalb einen stärkeren Schwerpunkt auf Prävention. Beratungen bei Mietrückständen, Unterstützung im Kontakt mit Behörden und frühzeitige Hilfen könnten einen drohenden Wohnungsverlust teilweise verhindern. Zugleich müssten für bereits wohnungslose Menschen verlässliche, niedrigschwellige Angebote vorhanden sein. Die Zahlen machen deutlich, dass Wohnungsnot im Rhein-Erft-Kreis kein Randthema mehr ist.

Quelle: Kölnische Rundschau →
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